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Kontaktlinsen-Lexikon

Lichtempfindlichkeit

Lichtempfindlichkeit beschreibt eine Überempfindlichkeit des menschlichen Auges gegenüber Licht. Betroffene leiden häufig an Kopfschmerzen und stechenden Schmerzen am Augapfel.

Auch Kontaktlinsenträger können von Lichtempfindlichkeit betroffen sein. Wenn die von den Lichtstrahlen ausgehenden Reize zu extrem werden, können Träger von Kontaktlinsen einfach eine Sonnenbrille aufsetzen.

Die Lichtempfindlichkeit der Augen kann durch unterschiedliche Ursachen entstehen, auf die im Folgenden detailierter eingegangen wird..

Lichtempfindlichkeit durch trockene Augen

Ein quantitativer Mangel an Tränenflüssigkeit kann zu einer deutlich erhöhten Lichtempfindlichkeit führen. Begründet liegt dieser Mangel beispielsweise in einer Störung der Schilddrüse, Diabetes oder im natürlichen Alterungsprozess.

Doch auch Kontaktlinsenträger leiden häufig an trockenen Augen. Dies kann den Tragekomfort erheblich einschränken und zu Sauerstoffmangel im Auge führen. Deshalb sollten Kontaktlinsenträger auf die Benetzung ihrer Hornhaut mit Tränenflüssigkeit besonders gut achten und gegebenenfalls mit einer Nachbenetzungstropfen Abhilfe schaffen.

Lichtempfindlichkeit durch Fremdkörper im Auge

Eine überhöhte Lichtempfindlichkeit kann auch durch einen Fremdkörper im Auge, wie beispielsweise einem Insekt, Staub oder einer Wimper entstehen. Diese können meist selbstständig entfernt werden. Handelt es sich jedoch um ein scharfkantiges Objekt, sollte auf jeden Fall die Hilfe eines Augenarztes in Anspruch genommen werden. Andernfalls drohen ernsthafte Verletzungen der Hornhaut (Kornea), die bleibende Schäden hinterlassen können.

Lichtempfindlichkeit durch Bindehautentzündung

Lichtempfindlichkeit der Augen kann auch durch eine Bindehautentzündung entstehen. Kontaktlinsenträger gehören zu einer Risikogruppe, die vermehrt an Bindehautentzündung erkranken können. Die Linsen sollten im Krankheitsfall unverzüglich herausgenommen und der weitere Krankheitsverlauf beobachtet werden. Falls keine Besserung eintritt, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Erst wenn sich die Augen wieder beruhigt haben und die Augenrötung verschwunden ist, sollten die Linsen wieder eingesetzt werden.

Lichtempfindlichkeit durch Sehnervenentzündung

Eine Sehnervenentzündung ist lediglich durch einen Augenarzt diagnostizierbar. Dennoch kann auch sie für Lichtempfindlichkeit in Frage kommen.

Lichtempfindlichkeit durch Grauen Star (Katarakt)

Vom Grauen Star Betroffene leiden ebenfalls an Lichtempfindlichkeit, da durch die Linsentrübung eine diffuse Lichtbrechung erzeugt wird. Abgesehen von der zunehmenden Blendungsempfindlichkeit wird durch diese Erkrankung die Wahrnehmung von Kontrasten reduziert. Betroffene nehmen die Welt wie hinter einem grauen Schleier oder wie durch einen Nebel wahr.

Durch die Korrektur der Sehschärfe mit Kontaktlinsen oder Brille kann bis zu einem weit fortgeschrittenen Stadium eine deutliche Sehverbesserung erreicht werden. Um eventuelle Restfehler auszugleichen, eignet sich selbst nach einer Linsen-Transplantation die Verwendung von Kontaktlinsen.

Lichtempfindlichkeit durch Hornhautentzündung (Keratitis)

Auch eine Hornhautentzündung kann Ursache von Lichtempfindlichkeit sein. Diese kann beispielsweise sowohl aufgrund eingedrungener Fremdkörper oder Krankheiterreger, als auch aufgrund einer Verletzung durch UV-Strahlen entstehen.

Lichtempfindlichkeit durch Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis)

Eine Entzündung der Regenbogenhaut kann aufgrund von Viren, Bakterien, Pilzen oder Parasiten ausgelöst werden. Neben Augenrötung, Sehschärfen- oder Kontrastverlust leiden Betroffene auch unter Lichtempfindlichkeit, die bis zur Empfindung von Schmerzen gehen kann.

Lichtempfindlichkeit durch Aniridie

Bei dieser seltenen angeborenen Augenkrankheit leiden Betroffene unter einer Unterentwicklung der Regenbogenhaut (Iris) des Auges. Die Iris reguliert den Lichtfluss, der das Augeninnere erreicht. Neben einer Vielzahl weiterer Symptome leiden Betroffene unter Lichtempfindlichkeit. Linderung der Symptome können getönte Brillen oder spezielle Kontaktlinsen mit einer künstlichen Iris bieten. Diese Irislinsen gibt es in gedruckter, handgemalter, getönter oder auch mit Pupillen versehener Ausführung.

Aufgrund der Anzahl unterschiedlicher Ursachen empfiehlt es sich dringend bei anhaltender Lichtempfindlichkeit einen Augenarzt aufzusuchen. So können ernsthafte Augenkrankheiten bestenfalls ausgeschlossen und die Augengesundheit gefördert werden.