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Kontaktlinsen-Lexikon

Biokompatibel - Kontaktlinsen

Mit „biokompatibel“ werden Werkstoffe oder Baugruppen bezeichnet, die keinen negativen Einfluss auf Lebewesen in ihrer Umgebung haben. Besonders im medizinischen Bereich ist die Biokompatibiltät von Stoffen von Bedeutung. Implantate müssen biokompatibel sein, da sie sich für längere Zeit in direktem Kontakt zu einem Lebewesen befinden. Ein biokompatibler Stoff wird vom Körper nicht abgestoßen, da er nicht als Fremdkörper angesehen wird. Eine andere Bezeichnung für biokompatibel ist „bionisch“.

Bei Kontaktlinsen bieten Kontaktlinsenmaterialien, die biokompatibel sind, eine besonders hohe Spontanverträglichkeit und somit einen angenehmen Tragekomfort. Die Augengesundheit wird so gefördert, da das biokompatible Material vom Körper als eigener Teil angesehen wird und es zu keinen Abwehrreaktionen gegen Fremdkörper kommt.

Es gibt auch Werkstoffe, die mit einer biokompatiblen Schicht überzogen werden, damit der Grundstoff nicht in den direkten Kontakt mit dem Körper kommt. Diese Werkstoffe werden als „oberflächenkompatibel“ bezeichnet.

Der Prüfungsprozess für Materialien auf ihre Biokompatibilität hin gestaltet sich aufwendig und langwierig. Dabei werden die auf ihre Biokompatibilität hin zu prüfenden Substanzen auf ihre Verträglichkeit im menschlichen wie auch im tierischen Körper überprüft.

Vorteile biokompatibler Kontaktlinsen

  • Biokompatible Kontaktlinsen werden als körpereigener Stoff erkannt. So kommt es zu keinen Abwehrreaktionen gegen die Kontaktlinsen.
  • Eine hohe Wasserbindungsfähigkeit garantiert eine konstante Benetzung der Linsenoberfläche aus dem Tränenfilm.
  • Kontaktlinsen, die biokompatibel sind, sind äußerst sauerstoffdurchlässig und sind somit der Sauerstoffversorgung der Augen zuträglich.
  • Lange Tragezeiten können mit den biokompatiblen Kontaktlinsen gewährleistet werden.
  • Sie eignen sich für trockene und empfindliche Augen besonders gut.

Ein weitverbreiteter Stoff bei Kontaktlinsen, der biokompatibel ist, ist das Phosphorylcholin (PC). In manchen Kontaktlinsenmaterialien ist eine synthetische Kopie dieses in allen menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zellen vorkommenden Stoffes als Polymerbestandteil enthalten. Hyaluron beispielsweise zählt ebenfalls zu den biokompatiblen Materialien.

Biokompatible Kontaktlinsen sind als sphärische-, torische und multifokale Linsen erhältlich.